{"id":716,"date":"2015-07-29T18:01:06","date_gmt":"2015-07-29T16:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/beckenraum.de\/?page_id=716"},"modified":"2018-12-23T20:40:54","modified_gmt":"2018-12-23T19:40:54","slug":"doktorarbeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/beckenraum.de\/?page_id=716","title":{"rendered":"Doktorarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema meiner Doktorarbeit (Dissertation) lautete:<\/p>\n<h1>\u201eDer gezielte verhaltens- und physiotherapeutische Ansatz zur Therapie der \u00fcberaktiven Blase (OAB)\u201c<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Fachb\u00fcchern und den \u00e4rztlichen Leitlinien zur Therapie der \u00fcberaktiven Blase wird<strong> die Physiotherapie verbunden mit Verhaltens\u00e4nderungen<\/strong> (das sogenannte Blasentraining) den Betroffenen als erste Behandlungsoption empfohlen. Allerdings existierte bisher kein allgemein g\u00fcltiges Therapieschema, das im physiotherapeutischen Alltag seine bew\u00e4hrte praktische Umsetzung findet, sondern nur Empfehlungen und Tipps, die jeder einzelne Physiotherapeut nach seinem eigenen Fortbildungs- und Erfahrungsstand in die therapeutische Arbeit einflie\u00dfen l\u00e4sst. <strong>Daher gab es bislang keine<\/strong> <strong>eindeutige Studienlage, die die Wirksamkeit einer physiotherapeutischen Behandlung objektiv belegt h\u00e4tte<\/strong>. Diesen Mangel sollte die Studie, die die Universit\u00e4tsfrauenklinik T\u00fcbingen, Fachbereich Urogyn\u00e4kologie im Jahr 2009 gestartet hat, beheben. Ich hatte die Aufgabe, mit meiner langj\u00e4hrigen physiotherapeutischen Erfahrung, ein Therapiekonzept zu erstellen, dieses praktisch an ca. 40 Probandinnen zu testen, die gewonnenen Ergebnisse statistisch auszuwerten und in einer Doktorarbeit zusammenzufassen. Die Herausforderung hierbei war, die sehr individuellen Vorgehensweisen in der Physiotherapie in einem in sich schl\u00fcssigem Therapie-Modell zu verarbeiten, das idealerweise bei jedem Drangpatienten anwendbar ist. <strong>Nur mit einer solchen evidenzbasierten Vorgehensweise ist es m\u00f6glich, dass die Physiotherapie neben den \u00fcbrigen Therapieoptionen ihren berechtigten Stellenwert erlangen kann!<\/strong><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von einer <strong>\u00fcberaktiven Harnblase<\/strong> (im Sprachgebrauch sind auch die Begriffe Reizblase, nerv\u00f6se Blase oder \u201eKonfirmandenbl\u00e4schen\u201c \u00fcblich) spricht man, wenn die Betroffenen <strong>folgenden Symptome<\/strong> zeigen:<\/p>\n<ul>\n<li>es besteht ein <strong>verst\u00e4rktes qu\u00e4lendes Dranggef\u00fchl<\/strong>;<\/li>\n<li><strong>auf dem Weg zur Toilette wird evtl. Urin verloren<\/strong>, sog. Last Minute- Symptomatik;<\/li>\n<li>die <strong>Anzahl der Toiletteng\u00e4nge ist erh\u00f6ht<\/strong> bei nicht lohnenden,<strong> sehr kleinen Harnmengen<\/strong>;<\/li>\n<li><strong>mehrmaliges n\u00e4chtliches Wasserlassen (Nykturie)<\/strong>;<\/li>\n<li>h\u00e4ufig ist <strong>das Fassungsverm\u00f6gen der Blase, die sog. Blasenkapazit\u00e4t<\/strong> eingeschr\u00e4nkt;<\/li>\n<li>prophylaktisches zur Toilette gehen, z.B. bevor man das Haus verl\u00e4sst;<\/li>\n<li>zur Sicherheit existiert ein Toilettenplan im Kopf<\/li>\n<li>die Lebensqualit\u00e4t und der Bewegungsspielraum der Patienten ist stark eingeschr\u00e4nkt;<\/li>\n<li>nicht selten beherrscht die Blase den gesamten Tagesablauf;<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Pilotprojekt wurden<strong> folgende Zielgr\u00f6\u00dfen betrachtet und ausgewertet:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>\u00a0die Verringerung der Anzahl der Toiletteng\u00e4nge, sowohl tags\u00fcber, als auch nachts und auf 24 Stunden\u00a0 \u00a0betrachtet<\/li>\n<li>\u00a0H\u00e4ufigkeit von Inkontinenzereignissen auf dem Weg zur Toilette<\/li>\n<li>\u00a0die H\u00f6he des individuellen Leidensdrucks (ermittelt mit einer visuellen Analogskala)<\/li>\n<li>die Beschwerdest\u00e4rke, ausgel\u00f6st durch die Blase<\/li>\n<li>\u00a0die Lebensqualit\u00e4t unter den Blasenbeschwerden<\/li>\n<\/ol>\n<p>An der Studie nahmen 32 Frauen, die zwischen 22 &#8211; 78 Jahre alt waren, teil. Die beschriebene Symptoml\u00e4nge erstreckte sich von 6 Monaten bis zu 22 Jahren. 21 Studienteilnehmerinnen hatten noch keine Therapieerfahrung, 11 waren dagegen z.T. mehrfach \u00e4rztlich vorbehandelt. Jede Studienprobandin durchlief mind. 6 identische Therapieeinheiten in 14-t\u00e4gigem Abstand.<\/p>\n<p><strong>Nach Abschlu\u00df der Behandlungseinheiten<\/strong> verringerte sich die Anzahl der Toiletteng\u00e4nge auf 24 Stunden gesehen, im Schnitt um <strong>23 %, das entsprach ca. 2,7 G\u00e4nge.<\/strong> Auch nachts mussten die Frauen ca. 1-mal weniger die Toilette aufsuchen. Der<strong> individuelle Leidensdruck<\/strong> <strong>verringerte<\/strong> sich von im Schnitt 8 (von optional 10) auf 4, d.h. <strong>um ca. 50 %.<\/strong> Auch die Frageb\u00f6gen zur Beschwerdest\u00e4rke und der Lebensqualit\u00e4t ergaben eine eindeutige Besserung. Ebenfalls kam es<strong> zu einer deutlichen Abnahme der Inkontinenzereignisse<\/strong> auf dem Weg zum WC.<\/p>\n<p><strong>Nach 6-8 Monaten<\/strong> wurden die Daten erneut erhoben, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der eingetretene Erfolg von Dauer, oder es wieder zu einer Zunahme der Beschwerden gekommen war. Erfreuerlicherweise <strong>blieben die Ergebnisse gleich, in einigen Punkten verbesserten sich die Werte sogar.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aussagekraft der gewonnenen Ergebnisse im Vergleich mit den auf dem Markt befindlichen alternativen Therapieoptionen unter Ber\u00fccksichtigung der Nebenwirkungen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Medikament\u00f6<\/strong>s mit Anticholinergika oder dem selektiven Agonisten des \u00df-3-Adrenozeptors (Betmiga\u00ae): gro\u00dfe Studien zeigten, dass mithilfe der Medikamente <strong>eine Reduktion der Toiletteng\u00e4nge nur um ca. 1,5<\/strong> auf 24 Stunden zu Beobachten ist. Dieser Wert wird als klinisch relevant eingestuft. Allerdings l\u00e4sst die Wirkung mit Absetzen der Medikamente wieder nach. Zudem m\u00fcssen <strong>unangenehme Nebenwirkungen<\/strong>, wie l\u00e4stige Mundtrockenheit, Darmtr\u00e4gheit, M\u00fcdigkeit, Konzentrationsschw\u00e4chen und die Gefahr eines erh\u00f6hten Augeninnendruckes in Kauf genommen werden.<\/li>\n<li>Die <strong>Injektion mit Onabotulinum-A-Toxin<\/strong> hat eine Wirkungsdauer von ca. 6-9 Monaten. Im Rahmen dieses Eingriffs kann es zu erh\u00f6hter Restharnbildung und einer erschwerten Blasenentleerung kommen.<\/li>\n<li>Die Erlernen und anschlie\u00dfend konsequente\u00a0 Durchf\u00fchren <strong>einer Elektrostimulation<\/strong> wird nicht selten als aufwendig und unangenehm empfunden. Wichtig ist zudem die Einweisung durch eine speziell geschulte, vaginal arbeitende Physiotherapeutin.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die <strong>Vorteile<\/strong> eines verhaltens- und physiotherapeutischen Trainings sind\u00a0<strong>eine komplett nebenwirkungsfreie M\u00f6glichkeit der Therapie<\/strong>, die langfristig zu wirken scheint,\u00a0da durch eine aktive andauernde Verhaltens\u00e4nderung die negativen Verst\u00e4rker, die die Betroffenen in ihrem Teufelskreis gefangen halten, abgebaut werden. Im Gegenteil, der eingetretene Erfolg <strong>beeinflusst die Gem\u00fctslage<\/strong> und <strong>die gef\u00fchlte<\/strong> <strong>Lebensqualit\u00e4t g\u00fcnstig.<\/strong> Auf diese Weise werden die bekannten langfistigen Folgeerscheinungen einer \u00fcberaktiven Blase, wie soziale Isolation und Depression vorgebeugt und letztendlich vermieden.\u00a0 Zudem ist es, verglichen mit den anderen Optionen eine<strong> sehr preiswerte Therapiealternative.<\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassend <strong>best\u00e4tigen die Ergebnisse dieser Studie die Empfehlungen der \u00e4rztlichen Leitlinien<\/strong> zur Behandlung der \u00dcberaktiven Blase, nach welchen den Patienten als erste Therapieoption eine Verhaltenstherapie in Verbindung mit Physiotherapie empfohlen werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Hier finden Sie eine Zusammenfassung zum aktuellen Wissenstand zur Therapie der \u00fcberaktiven Blase:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcberaktive Harnblase (im Sprachgebrauch sind auch die Begriffe Reizblase, nerv\u00f6se Blase oder &#8222;Konfirmandenbl\u00e4schen&#8220;) wurde im Jahr 2003 von der ICS (International Continence Society, Internationale Kontinenzgesellschaft) mit den im ersten Absatz ausf\u00fchrlich geschilderten Symptomen definiert. Durch die qu\u00e4lende Drangblase wird die Lebensqualit\u00e4t erheblich eingeschr\u00e4nkt und oftmals bestimmt sie den gesamten Tagesablauf. Unter diesen Beschwerden k\u00f6nnen bereits junge Menschen leiden, allerdings nimmt der prozentuale Anteil in der Bev\u00f6lkerung mit zunehmenden Alter zu. Bei den \u00fcber 40- j\u00e4hrigen Frauen und M\u00e4nnern liegt er in etwa bei 16,6 %. Wichtig ist auch, dass<strong> nicht alle Symptome gemeinsam vorhanden sein m\u00fcssen<\/strong>. Es gibt auch Menschen, die ausschlie\u00dflich von einem \u00fcberm\u00e4chtigen Drang betroffen sind, der zum Teil ununterbrochen auftritt, die sogenannte <strong>Urgency <\/strong>(Urge ist das englische Wort f\u00fcr Drang). Deshalb ist es sehr wichtig, eine gute \u00e4rztliche Befunderhebung durchzuf\u00fchren und die Ursache bei jedem einzelnen Ratsuchenden individuell zu bestimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ursachen f\u00fcr eine Drangsymptomatik <\/strong>k\u00f6nnen <strong>h\u00e4ufig Harnwegsinfekte<\/strong> und <strong>ein lokaler \u00d6strogenmangel<\/strong>\u00a0sein, der das Scheidengewebe postmenopausal betrifft.\u00a0 Dies kann \u00fcbrigens <strong>auch bei jungen Frauen<\/strong> auftreten, wenn sie <strong>eine Pille benutzen<\/strong>, bei der<del><\/del> Progesteron \u00fcberwiegt. Aber auch <strong>Senkung der weiblichen Beckenorgane<\/strong> (Blase, Geb\u00e4rmutter und Darm) und gutartige Ver\u00e4nderungen an diesen Organen, wie z.B. eine Eierstockzyste k\u00f6nnen durch Druck auf die Blasenwand einen Drang ausl\u00f6sen. Anhaltende Drangbeschwerden k\u00f6nnen durch<strong> eine Infektion mit Clamydien<\/strong> verursacht werden. Hier ist in der Diagnostik wichtig, dass der Abstrich direkt aus der Harnr\u00f6hre genommen wird. Bei M\u00e4nnern treten Drangbeschwerden h\u00e4ufig<strong> nach einer Operation an der Prostata<\/strong> auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht selten aber wird das Entstehen einer Drangblase <strong>durch langj\u00e4hrige (oft bereits seit der Kindheit) Verhaltensweisen und Angewohnheiten<\/strong>, wie z.B. prophylaktischer Toilettengang vor dem Verlassen der Wohnung oder des Hauses beg\u00fcnstigt. Durch <strong>das Einschr\u00e4nken der t\u00e4glichen Trinkmenge reduziert sich das Fassungsverm\u00f6gen der Blase<\/strong> und der Drang entsteht immer fr\u00fcher. Die Blase ist ein Organ, das sich besonders gern \u201ekonditionieren\u201c l\u00e4sst, das hei\u00dft, dass der Drang im Laufe der Zeit bereits nur durch das Sehen eines WC-Schildes, das Stehen unter der warmen Dusche, das Abpumpen der Waschmaschine und das H\u00f6ren von laufendem Wasser auftritt. Viele werden den Tipp kennen, dass man Schwierigkeiten, die Blase zu Entleeren, z.B. nach dem Ziehen eines Blasenkatheders, den Wasserhahn auf dem WC aufdrehen soll. Nicht selten ist vor allem &#8222;der Weg zur Toilette&#8220; besonders problematisch. Der Drang, der im Auto oder vor der Haust\u00fcre noch ertr\u00e4glich war, steigert sich pl\u00f6tzlich ins gef\u00fchlt Unermessliche und die Patienten <strong>erreichen das Ziel WC nicht mehr trocken <\/strong>(sog. Last Minute-Symptomatik oder &#8222;T\u00fcrlochinkontinenz&#8220;). Der Urinverlust reicht hierbei von wenigen Tropfen bis zum vollst\u00e4ndigen Entleeren der Blase. Betroffene suchen Hilfe in pers\u00f6nlichen Strategien, wie das Tragen von dunkler Kleidung oder das Mitnehmen von Ersatzkleidung. Im Laufe der Zeit <strong>wird aus dem k\u00f6rperlichen Problem eine Kopfsache<\/strong>. Die Spirale schraubt sich immer h\u00f6her und <strong>die Blase bestimmt letztendlich die Teilnahme am sozialen Leben und somit den Bewegungsradius.<\/strong> Sp\u00e4ter ziehen sich die Patienten immer mehr aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck. Eine Urlaubsreise oder der Besuch einer unbekannten Stadt, in welcher man nicht die Toiletten kennt, wird zum Problem. Ohne einen <strong>Toilettenplan im Kopf<\/strong>, verlassen die Betroffenen nur ungern ihre Wohnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Therapie der \u00fcberaktiven Blase stehen <strong>verschiedene Behandlungsm\u00f6glichkeiten <\/strong>zur Auswahl, die durch die \u00c4rztin \/ den Arzt Ihres Vertrauens nach einer entsprechenden Befunderhebung in die Wege geleitet werden sollten. Oft ist es nicht nur eine Behandlungsoption, sondern es ist hilfreich, die verschiedenen Ma\u00dfnahmen sinnvoll miteinander zu kombinieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die Datenlage zur positiven Wirkung <strong>einer lokalen Behandlung der Scheide mit \u00f6strogenhaltigen Z\u00e4pfchen oder \u00d6strogensalbe<\/strong> nicht einheitlich ist, konnte in Studien gezeigt werden, dass eine Minderung der Beschwerden durchaus m\u00f6glich ist, da durch diese Therapie die Stoffwechselvorg\u00e4nge im Scheidengewebe verbessert werden und insgesamt eine erh\u00f6hte Belastbarkeit und Elastizit\u00e4t erreicht wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Medikament\u00f6s k\u00f6nnen die Symptome einer \u00fcberaktiven Blase durch sog. <strong>Anticholinergika<\/strong> behandelt werden. Es gibt verschiedene Medikamente auf dem Markt, die sich hinsichtlich ihrer Dosierung (ein- bis mehrmalige t\u00e4gliche Einnahme, Retardpr\u00e4parat oder in Pflasterform) unterscheiden. Auch in dem Nebenwirkungsprofil finden sich Unterschiede bei den einzelnen Pr\u00e4paraten. So kann es also durchaus sinnvoll sein, nach \u00e4rztlicher R\u00fccksprache, bei Unvertr\u00e4glichkeitserscheinungen auf ein anderes Medikament zu wechseln oder die Dosierung entsprechend anzupassen. Die h\u00e4ufigsten Nebenwirkungen, die von den Patienten als besonders st\u00f6rend empfunden werden, sind Mundtrockenheit, \u00dcbelkeit, M\u00fcdigkeit, Konzentrationsst\u00f6rungen, Verstopfung und Akkomodationsst\u00f6rungen des Auges (F\u00e4higkeit des Auges, sich der Entfernung anzupassen). Vor Medikamenteneinnahme sollte daher bei erh\u00f6htem Augeninnendruck R\u00fccksprache mit dem Augenarzt getroffen werden. Und h\u00e4ufig treten die Drangbeschwerden nach Absetzen der Medikamente erneut auf.<span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\">.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Studien konnte durch <strong>Elektrostimulation<\/strong> ein positiver Effekt gezeigt werden. Allerdings wird das Erlernen und Durchf\u00fchren der Therapie bisweilen als unangenehm empfunden und es ben\u00f6tigt eine gewisse Bereitschaft und ein Verst\u00e4ndnis des Patienten f\u00fcr diese Methode.<\/p>\n<p><strong>Injektionen mit Botulinum-A-Toxin<\/strong>\u00a0in die Blasenwand im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes ist seit einigen Jahren eine weitere Behandlungsoption. Allerdings verliert sich die Wirkung nach ca. sechs Monaten wieder und es kann n\u00f6tig sein, dass weitere Behandlungszyklen n\u00f6tig sind.<\/p>\n<p><strong>Nachteil der oben genannten Verfahren ist, dass hier nur die Symptome behandelt werden, aber es nicht zu einem aktiven \u00c4ndern der Lebensgewohnheiten und dem Umgang mit der Blase kommt!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier liegt der gro\u00dfe Vorteil des verhaltens- und physiotherapeutischen Trainings. Die Idee ist nicht nur die subjektiv gef\u00fchlte Verbesserung der Symptome, sondern ein aktives Ver\u00e4ndern der zum Teil seit vielen Jahren bestehenden Verhaltensweisen. Denn nur so kann sich ein dauerhafter Therapieerfolg einstellen. <strong>Die Behandlung von Menschen mit<\/strong> <strong>einer \u00fcberaktiven Blase erfordert zun\u00e4chst eine gute \u00e4rztliche Diagnostik, evtl. in einer urogyn\u00e4kologischen Sprechstunde. Danach sollten die Betroffenen sich an fachlich gut weitergebildeten Kolleginnen und Kollegen wenden<\/strong>, denn eine allgemeine Beckenbodengymnastik alleine wird nur in den wenigsten F\u00e4llen zum Erfolg f\u00fchren! Die Therapie dieses Krankheitsbildes erfordert einen ganzheitlichen Therapieansatz, der aus verschiedenen, sich erg\u00e4nzenden Ma\u00dfnahmen besteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema meiner Doktorarbeit (Dissertation) lautete: \u201eDer gezielte verhaltens- und physiotherapeutische Ansatz zur Therapie der \u00fcberaktiven Blase (OAB)\u201c In Fachb\u00fcchern und den \u00e4rztlichen Leitlinien zur Therapie der \u00fcberaktiven Blase wird die Physiotherapie verbunden mit Verhaltens\u00e4nderungen (das sogenannte Blasentraining) den Betroffenen als erste Behandlungsoption empfohlen. 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