Erektile Dysfunktion

Der Beckenboden ist ein aktives Sexualorgan. Bewusste Anspannungen der Muskulatur steigern die lokale Blutfüllung der Gefäße (wichtig für die Peniserektion). Die Muskelaktivität fördert sowohl beim Mann, als auch bei der Frau das körperliche Empfinden in der Anfangsphase sexueller Erregung. Die körperlichen Gefühle des Orgasmus werden durch eine Abfolge unwillkürlicher Anspannungen des Beckenbodens hervorgerufen.

Ist die Grundspannung des Beckenbodens zu niedrig, ergibt sich eine Lockerheit der Muskulatur und „eine Weite der Muskelschlinge“, die mangelnde sexuelle Gefühle zur Folge hat („Lost-Penis-Syndrom“). Dies ist nicht selten nach Geburten der Fall.

Erektile Dysfunktion (ED) ist definiert als die Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen oder zu erhalten, die für eine befriedigende sexuelle Aktivität ausreicht. Neben einer medikamentösen Therapie, operativen Maßnahmen (Vakuumgeräte, Penisringe etc.) zeigen Beckenbodenübungen als Behandlungsmaßnahme einen beachtlichen Erfolg.

Ist dagegen die Grundspannung des Beckenbodens zu hoch (hyperaktiver Beckenboden), so ist bei beiden Geschlechtern die Empfindungsfähigkeit gestört. Ist eine Verkrampfung der Vagina vorhanden, so kann der Penis schwer oder gar nicht in die Scheide eindringen. Der Geschlechtsverkehr wird schmerzhaft oder gar unmöglich, oft baut sich im Laufe der Zeit zusätzliche Spannung auf – ein Teufelskreis entsteht. Kommt es bei einem überaktiven Beckenboden zum Orgasmus, so kann dieser in einem schmerzhaften Krampf ausarten.